Letzte Änderung: 29.03.2014
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Die Entwicklung der Virtuell Community Geschäftsprozessmangement Berlin (VC-GPM Berlin) bis 2007

Das sich zurzeit noch im Wiederaufbau befindliche Community-Portal zum Geschäftsprozessmanagement geht auf eine Initiative von Frau Professor Dr. Margrit Falck zurück, die diesen Internetauftritt im Kontext ihrer Professur an der damaligen FHVR, der heutigen HWR aufgebaut hat1

Zur Entstehung des Portals und den vielen hiermit verbundenen Aktivitäten in der Berliner Verwaltung gibt es aus dem Jahr 2004 eine Veröffentlichung von Margrit Falck unter dem Titel: "Der Steinige Weg von der Theorie in die Praxis - ein Bericht aus der Verwaltung des Landes Berlin über die Einführung des Geschäftsprozessmanagement"2. Entlang dieser Veröffentlichung und aufgrund weiterer Informationen von Personen, die mit Margrit Falck zusammengearbeitet haben, ist diese kurze Zusammenfassung über die Entstehung des Portals entstanden.

Aus dem Beitrag von Margrit Falck geht hervor, dass in der Berliner Verwaltung, obschon 1995 erste Weichen in Richtung einer elektronischen Vorgangsbearbeitung gestartet wurden, diese Technologie bislang nicht zum Einsatz kam.3 

Die Jahre 1998-2000

Aus dem Wissen um die vielfältigen Vorteile des Geschäftsprozessmanagements startete Margrit Falck 1998 eine Initiative, um die Methode für die Berliner Verwaltung bekannt zu machen und "die methodischen und instrumentellen Grundlagen für ein Denken in Geschäftsprozessen zu schaffen"4.

Genau dies war inhaltlicher Schwerpunkt der Jahre 1998-2000, die insbesondere durch Fort- und Ausbildungsaktivitäten und Arbeiten mit Studierenden der FHVR gekennzeichnet waren. Erste Erfahrungen mit Tools wurden ebenfalls in dieser Zeit gewonnen.

Die VC-GPM Berlin (Screenshoot der Startseite)
Screenshoot der Startseite

Die Jahre 2001-2003

Die Jahre 2001 bis 2003 waren besonders durch einen Erfahrungsaustausch und das Sammeln von Wissen zur Methode geprägt.5  In dieser Zeit (2001) entstand auch die Virtual Community "GPM" im Intranet der Berliner Verwaltung, zu der es später einen ergänzenden Internetauftritt gab. Die wachsenden positiven Erfahrungen mit der Methode und der ebenfalls zunehmende Erfahrungsaustausch ließen die Sinnhaftigkeit von Geschäftsprozessmanagement immer stärker in den Vordergrund rücken. So wurde in der Community ausführlich über Ergebnisse von Optimierungsprojekten berichtet. Über diesen Austausch hinaus entwickelte sich jedoch unter den Beteiligten ein Bedürfnis nach direkten, unmittelbaren Diskussionen rund um das Thema Geschäftsprozessmanagement. Daher entstand im Frühjahr 2003 der GPO-Erfahrungsaustausch.

Adonis von BOC
Adonis von BOC

Zudem entstand schon früh eine Zusammenarbeit mit der Firma BOC, die ihr Modellierungstool ADONIS® im Zuge einer Kooperation zur freien Verfügung stellte.6 Die ersten Kontakte reichen weit zurück: "Zwei Studenten der FHVR absolvierten Mitte der 90iger Jahre ein Praktikum beim Heerespersonalamt in Wien. Dort war damals schon ADONIS® im Einsatz. Frau Prof. Dr. Falck und Herr Prof. Dr. Karagiannis, Gründer und bis heute Manager der Firma BOC sowie Lehrstuhlinhaber für Informatik an der Universität Wien kamen ins Gespräch. In Wien hielt Frau Professor Dr. Falck zum Thema Prozessmodellierung einen Vortrag. Es ging um die Frage "Woher bekommen wir das Wissen, um in der öffentlichen Verwaltung Prozesse zu modellieren?" Die Idee für das Community Portal war geboren" (Auskunft über die BOC Deutschland). Noch heute ermöglicht die Firma BOC den Studierenden am Standort Lichtenberg eine kostenfreie Nutzung von ADONIS® im Unterricht.

Ab 2004

Ab etwa 2004 kamen Rahmenbedingungen für den flächendeckenden Einsatz ins Visier.7 Aufgabenfelder für eine fruchtbare Weiterentwicklung wurden bei der Hochschule, bei Fortbildungseinrichtungen, bei den Erfahrungsträgern und in der Senats- und den Bezirksverwaltung sowie bei einem IT-Dienstleister gesehen. Zugleich wurde aber auch immer deutlicher, dass eine Koordinationsstelle benötigt würde. Dies wird inzwischen auch von der Senatsverwaltung gesehen.

Ein Ansatz mit Perspektive

Besonders bemerkenswert ist, dass Margrit Falck bereits in dieser frühen Veröffentlichung von 2004 die Notwendigkeit sah, schließlich eine nachhaltige Organisationsentwicklung in Gang zu setzen. Diese Zielsetzungen sind heute aktueller denn je. So können nach Artikel 91d des Grundgesetzes8  Bund und Länder zur Feststellung und Förderung der Leistungsfähigkeit ihrer Verwaltungen Vergleichsstudien durchführen und die Ergebnisse veröffentlichen. Ein fairer Vergleich wird jedoch nur unter Berücksichtigung der Prozessgestaltung der verschiedenen Verwaltungen möglich sein, ebenso wie gegenseitiges Prozesslernen.

Auf die weiteren Entwicklungen darf man gespannt sein.

Dagmar Lück-Schneider

Quellenangaben:

  • s. auch unter Nachruf
  • Falck, M. (2004). Der Steinige Weg von der Theorie in die Praxis - ein Bericht aus der Verwaltung des Landes Berlin über die Einführung des Geschäftsprozessmanagement (S. 207-221). In: Ralf Klischewski & Maria Wimmer. Wissensbasiertes Prozessmanagement im E-Governmen. (Bd. 4. E-Government und die Erneuerung des öffentlichen Sektors). Münster, Hamburg, London: Lit.
  • vgl. ebenda, S. 207
  • ebenda, S.207
  • vgl. ebenda, S. 207 u. S. 210f.
  • vgl. ebenda, S. 209 f.
  • vgl. ebenda, S. 207, 2013 ff.).
  • vgl. z. B. http://dejure.org/gesetze/GG/91c.html
14.02.2012